"Ich bin kein grossartiger Musiker, kein herausragender Komponist oder Lyriker. Ich kann keines der Instrumente wirklich gut spielen und nicht wirklich singen. Ich fand einfach in nichts anderem einen Sinn..."

Die Geschichte von glOOmyART begann irgendwann in den späten 80er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Wie in der Schweiz zu jener Zeit so üblich, begann ich im Alter von 8 Jahren mit dem Blockflötenunterricht. Etwa zur gleichen Zeit bekam ich ein Casio SK-1 Keyboard geschenkt mit welchem ich zu dieser Zeit noch nicht sehr viel anzufangen wusste und leider etwa 1995 zerstört habe. Jedoch inspirierten mich diese beiden Gegebenheiten dazu selber Songs schreiben zu wollen. Leider hatte ich noch nicht die geringste Ahnung vom Konzept des Musikmachens und konnte trotz des Blockflötenunterrichts keine Noten lesen bzw. schreiben und so widmete ich mich anderen Dingen.

90er

Etwa um 1992 wurde es mir ermöglicht Schlagzeugunterricht zu nehmen und ich bekam einen Computer, einen 80486-SX mit 4MB Ram. Da jedoch die Heimcomputer zu dieser Zeit gerade mal bessere Taschenrechner mit grösserem und farbigem Display waren und von Haus aus nicht mit Audioausgabe bestückt waren benutzte ich ihn anfangs mehrheitlich zum spielen, Texte für die Schule bzw. eine Art Tagebuch zu schreiben und mich zwischendurch an diversen Lern- und Grafikprogrammen zu versuchen. Etwa ein Jahr später installierte ich dann eine Soundkarte und began relativ rudimentär damit herum zu experimentieren.

1994 startete ich die ersten, jedoch wenig erfolgreichen Versuche eine eigene Band zusammenzustellen. Ich nahm auch kurzzeitig Gitarrenunterricht. Da ich jedoch dermassen Mühe hatte mit den Akkordwechseln und, wie beim Schlagzeug auch, keine Motivation hatte zu üben, gab ich nach etwa 3 Lektionen wieder auf.
1995 schloss ich mich dann der Band eines Schulkollegen als Schlagzeuger an mit welcher ich bis 1999 diverse Konzerte als Coverband bzw. Chorbegleitung absolvierte und 1998 die EP "Stay Tuned", eine Sammlung von Coverversionen, unter dem Namen P.C.P. Project aufnahm.
Ungefähr zu dieser Zeit verfiel ich dem Wahnsinn.

Im Sommer 1996 sollte ich die Schule abschliessen und in Form einer Lehrstelle in die Arbeitswelt eintretten. Bereits in der Primarschule wurde mir vermehrt nahegelegt zu studieren. Ich war jedoch von der Institution Schule bzw. Bildung zu dieser Zeit dermassen angewiedert und desillusioniert, dass das Letzte was ich tun wollte war, weiter zur Schule zu gehen.
Ende 1996 began ich meine ersten Gedichte und Texte zu schreiben mit dem Gedanken eigene Songs zu schreiben und zu spielen. Da ich in diesem Jahr die obligatorische Schulzeit abschloss konnte ich nicht weiter den Schlagzeugunterricht besuchen da dieser Teil des Schulprogramms war.

Ende 1997 kaufte ich mir zu meinem 18. Geburtstag die erste elektrische Gitarre, eine gebrauchte Telecaster von Honer, und began quasi umgehend damit Skizzen für Songs aufzunehmen. Ausserdem besuchte ich vermehrt die Proben einer weiteren Band, welche sich später, von mir vorgeschlagen, "Social Deliverance" nenne sollte, und stieg dann ab Sommer 1998 bei dieser als Schlagzeuger ein. So spielte ich nun in 2 Bands und versuchte dazu noch meine eigenen Ideen voran zu treiben.
Dies tat ich mit Hilfe meiner HiFi-Anlage welche einen 6.3" Mikrofoneingang und ein Doppelkasettendeck besass. Ich nahm meistens die Gitarre direkt über den Mikrofoneingang auf Kassette auf und wechselte anschliessend die Kassetten. Während des Playbacks des Gitarrenparts nahm ich per Overdub das Schlagzeug darüber auf, oder zum Teil auch in umgekehrter Reihenfolge. Anschliessend wurde wieder gewechselt und der Gesang aufgenommen. Dafür benuzte ich ein etwa 10 schweizer Franken teures Spielzeugmikrofon welches ich während des Spielens direkt über meinem Kopf anbrachte, was für das Schlagzeug erstaunlich gute klangliche und dynamische Aufnahmen zuliess. Für den Gesang funktionierte ich mit Hilfe von Klebeband einen Zimbalenständer in einen Mikrofonständer um. Später, als ich mein erstes Mischpult kaufte, fand ich heraus, dass man einen Gitarrenverstärker über den Line-Ausgang zu einem Mikrofon umfunktionieren konnte und ich benutzte ihn als Mikrofon für die Bassdrum.

Bis 1999 hatte ich bereits einige Demos auf MiniDisc gesammelt und versuchte sie in einer der beiden Bands umzusetzen. Da ich jedoch mehr oder weniger in beide Bands nur 'hereingerutscht' war fühlte ich mich nicht bemächtigt eigene Ideen einzubringen bzw. diese durchzusetzen, vorallem da ich eine ziemlich genaue Vorstellung davon hatte was ich künstlerisch machen wollte. Ausserdem gab mir keine der Bands das Gefühl dass sie mehr aus der Musik machen wollten als sie nur als Hobby zu betreiben. Deshalb beschloss ich einen Weg zu finden meine Ideen ohne fremde Hilfe umzusetzen.
Im Mai spielte ich mit der P.C.P. Project Band als Teil einer Ad-Hoc Begleitband eines Chors 5 oder 6 ausverkaufte Konzerte als Schlagzeuger. Durch diese Erfahrung kam ich zum Schluss dass ich auf unabsehbare Zeit nicht mehr als quasi Session-Musiker arbeiten wollte woraufhin ich nie mehr etwas von den anderen in Sachen Musik gehört habe.
Ende August spielte ich mit "Social Deliverance" im Rahmen eines Festivals das erste und einzige Konzert welches in einem Disaster endete. Da unser Set einige Minuten zu lange dauerte, wir aber noch unseren letzten Song spielen wollten und uns weigerten die Bühne vorher zu verlassen, entbrannte auf der Bühne eine Streit zwischen den Organisatoren und der Band. Schlussendlich überfuhr beim Abräumen unser Bassist noch seinen Bass mit seinem Auto. Als wir uns einige Tage später wieder trafen fand der Gitarist dass er unter den gegebenen Umständen und mit diesen Songs nicht mehr weitermachen wollte. Dies und der zerstörte Bass besiegelten schlussendlich das Ende der Band.
In der Zwischenzeit hatte ich mir den Magix Music Maker 3 zugelegt und konnte mich leihweise mit einer Roland MC-303 auseinander setzen mit welcher ich aber nicht wirklich zurecht kam und sie relativ schnell wieder zurück gab.

Millenium

Zwischen 2000 und 2002 versuchte ich hauptsächlich meine Fähigkeiten zu verbessern. Es entstanden diverse Songs, Demos und Demo-Compilations. Einige fand ich im Laufe der Zeit auf einer alten Festplatte und veröffentlichte sie 2004 auf "Frenzy Daze" beziehungsweise 2011 auf einer Special Edition von "Bleak". Ich kaufte mir in dieser Zeit auch ein Zoom-505 Bodeneffektgerät für die Gitarre, und konnte erneut mit der MC-303 arbeiten sowie eine zweite Gitarre leihen da mir diverse Teile an der Telecaster kaputt gegangen waren.
Ab 2003 hatte ich zum ersten Mal seit 4 Jahren wieder beschränkten Zugang ins gerade aufblühende Internet 2.0 und nutzte diesen umgehend um diverse Nachforschungen über Musik und das Musikmachen anzustellen, Biografien und Interviews zu lesen und Tabulaturen und Texte herunter zu laden. Ausserdem nutzte ich verschiedene Peer2Peer Netzwerke um mich mit verschiedenster Software auseinander zu setzen und mir diverse Bootlegs bzw. Liveperformances von meinen Lieblingskünstlern herunter zu laden.

im Herbst 2003 veröffentlichte ich das Album "Bleak" und fing vermehrt an mich mit elektronischer Musik und digitaler Musikproduktion auseinander zu setzen, was sich bereits auf Bleak angedeutet hatte. Ich wollte nicht weiter Songs und Demos mit mir herumschleppen welche ich vier bis fünf Jahre vorher geschrieben bzw. aufgenommen hatte. Ich hatte auch bereits seit einiger Zeit keine Lust mehr mich um Texte zu kümmern was ebenfalls die Hinwendung zur eher instrumentalen Musik nahelegte.

Ab 2004 hatte ich dann wieder unbeschränkten Zugang ins Internet was sich deutlich auf meine Produktivität auswirkte. Bereits im April veröffentlichte ich die EP "Go E.P." unter dem Namen A Single Noise (in the biggest auditorium ever seen). Retrospektiv empfinde ich es als das schlechteste und uninspirierteste Album das ich je veröffentlicht hatte. Trotzdem, und obwohl der Titel zu dieser Zeit eher willkürlich gewählt wurde, markiert es dennoch den Start in ein "neues Zeitalter".
Da ich mich zu dieser Zeit noch nicht sehr intensiv mit dem Internet als Plattform für Veröffentlichungen auseinandersetzte und dafür auch noch nicht die notwendigen Kenntnisse besass bot mir XXPreAct an, die beiden Alben Bleak und Go E.P. im Internet zur Verfügung zu stellen. Dennoch begann ich bereits damit relativ rudimentär eine eigene Website zu programmieren. Um meine eigene Seite und die Seite von XXPreAct weiter mit Inhalten zu füllen, stellte ich im Mai eine Compilation von Demos aus den Jahren 2000-2002 unter dem Namen "Frenzy Daze" zusammen.
Etwa zur gleichen Zeit fing ich auch wieder an Texte zu schreiben und veröffentlichte im Juni die Doppel-Single "Return / Nothing" und machte mich daran ein komplettes Album aufzunehmen. "Views From An Abyss" wurde dann im November "veröffentlicht" (siehe Album Details).

Nachdem ich Views From An Abyss mit quasi nicht vorhandenen Mitteln aus dem Boden gestampft und einige der emotionalsten und persönlichsten Texte seit Gloomy Movies verarbeitet hatte, war ich nicht mehr in der Lage zu schreiben. Ebenfalls hatte die Tatsache dass das Album klanglich so schlecht im Gegenzug aber künstlerisch höchst ambitioniert war psychisch auseinandergerissen. Auch musikalisch brachte ich für eine kurze Zeit nichts mehr zu Stande, weshalb ich mich dazu entschloss im April 2005, ein Jahr nach der Veröffentlichung von Go E.P., eine erweiterte Version mit Demos und B-Sides als "Go E.P. Extended" zu veröffentlichen.
Nun widmete ich vermehrt dem Internet und der Websiteprogrammierung und fing an mit diversen CMS und sonstigen Frameworks auseinander zu setzen. Die Website von glOOmyART wurde aber noch bis Mitte 2006 von Grund auf von Hand programmiert. Da ich dies jedoch damals alles noch über einen Webserver auf meinem Heimcomputer laufen liess und dadurch eine schlechte Datenrate und Verfügbarkeit hatte, beschloss ich im Sommer 2005 mir eine eigene Domain zuzulegen und Webspace zu mieten. Dies war die Geburtsstunde von "glOOmyART" (siehe auch Name / Konzept).
Um die Aufnahmen zu Views From An Abyss zu verarbeiten und meine Inspirations- und Orientierungslosigkeit zu durchbrechen, veröffentlichte ich im Mai die EP "Whatever Do" mit dem Titeltrack sowie 3 Instrumentaltracks und einer Coverversion von Stripped. Da sich aber meine Schreibblockade nicht lösen lies widmete ich mich immer mehr der elektronischen Musik und stellte im Herbst 2005 das Album "A Shelter Made Of Dreams" zusammen, welches ich aber nie wirklich veröffentlichte. Nur 2 Tracks wurden als Single unter dem Namen "3.19 Of Fear" veröffentlicht.

Da sich die Schreibblockade weiter hartnäckig hielt, ich jedoch unbedingt etwas Veröffentlichen wollte, beschloss ich Ende 2005 Whatever Do neu zu arrangieren und zu mischen und veröffentlichte es am 13. Januar 2006 als Standalone-Single mit 2 B-Sides. Bis dahin war es die klanglich sauberste Veröffentlichung meiner Karriere und ich war das erste Mal mit dem Ergebniss soweit zufrieden, dass ich dies als erste 'saubere' Veröffentlichung betrachte.
Bis zu diesem Zeitpunkt waren in meinem Verständnis alle meine Aufnahmen und Zusammenstellungen Demos für Konzepte welche ich eigentlich in einem Studio ausarbeiten und anschliessend Veröffentlichen wollte. Ich war immer auf der Suche nach einem Manager, einer Band und einem Label.
Zuerst veröffentlichte ich Whatever Do unter dem Namen "Weif & The Strays". Als jedoch nach ein paar Monaten plötzlich und ohne Angabe von Gründen mein Myspace Konto gesperrt wurde entschloss ich mich einen anderen, originelleren Namen zu suchen. Als ich eines Morgens aufwachte und mir in meinem Dämmerzustand Gedanken machte wie sich meine künstlerischen Ambitionen wohl am besten beschreiben lassen, las ich per Zufall die Linernotes von "The Holy Bible" von den Manic Street Preachers. Da kam mir plötzlich "Affirming Denial" in den Sinn und ich empfand es als äusserst passend für die Art wie ich Musik mache und über welche Themen ich bevorzugt schreibe.

2007 sah die Veröffentlichung der Detox Session Demos.

2008 Veröffentlichung von Ren Chi Ren.

2009 Veröffentlichung von Lost.

2010 Veröffentlichung von Found (Lost Outtakes).

Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 16. Juli 2020 10:33
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